Das aktuelle Fuchsprojekt
Immer wieder werde ich als Betreiber von fuechse.info gefragt, was man denn konkret für Füchse tun kann, welche Organisationen sich für Füchse und gegen ihre erbarmungslose Verfolgung einsetzen, und wer in der Lage ist, verwaiste Fuchswelpen aufzuziehen und wieder auszuwildern. In der Tat gibt es Menschen, die sich mit selbstlosem Einsatz und bescheidenen finanziellen Mitteln darum bemühen, unsere Welt auch für Füchse ein klein wenig besser zu machen. Kleine und größere Spenden oder ehrenamtlicher Einsatz können dabei viel bewirken.
An dieser Stelle sollen daher regelmäßig Projekte und Einrichtungen vorgestellt werden, die Füchsen in Not helfen. Sie alle sind behördlich als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.
Das Schneckenhaus in Grevenbroich
Das Schneckenhaus (Foto: Schneckenhaus GV)
Verwaiste Fuchswelpen werden mit der Flasche
aufgezogen (Foto: Schneckenhaus GV)
Ein Fuchswelpe im Schneckenhaus Grevenbroich
(Foto: Schneckenhaus GV)
Das Schneckenhaus verdankt seinen Namen seiner ungewöhnlichen Form. Es handelt sich dabei um ein Holzgebäude, das 1995 im Rahmen der Landesgartenschau im Nordrhein-Westfälischen Grevenbroich errichtet wurde. Nach dem Ende der Gartenschau wurde es zu einem Natur-Informationszentrum mit angeschlossener Wildtierauffangstation umfunktioniert. In malerischem Umfeld werden dort jedes Jahr mehrere Hundert verletzte oder verwaiste Wildtiere - vom Igel bis zum Habicht - gesundgepflegt, darunter auch zahlreiche Füchse. Norbert Wolf, seines Zeichens Umweltschutzbeauftragter der Stadt Grevenbroich, betreibt die Station gemeinsam mit seinem Team ehrenamtlicher Helfer unter großem persönlichen Einsatz. Zwar unterstützt die Stadt Grevenbroich die Einrichtung mit 1600 Euro im Jahr, doch für Futtermittel, Medikamente, Tierarztkosten sowie die bauliche Instandhaltung der Station werden dringend Spendengelder benötigt.
Das Schneckenhaus in Grevenbroich dient nicht nur der Pflege hilfsbedürftiger Wildtiere; es will auch über seine Schützlinge sowie einen angemessenen Umgang mit der Natur informieren. Besucher können sich die Schützlinge in der Auffangstation ansehen, einem Gewässerlehrpfad folgen und sich Informationsmaterial über Wildtiere - darunter selbstverständlich ein Info-Flugblatt über Füchse - mitnehmen. Nicht zuletzt greifen auch Schulen, Kindergärten, Jugendgruppen und Vereine gerne auf die Möglichkeit zum biologischen "Anschauungsunterricht" im Rahmen des Projekts "Grünes Klassenzimmer" zurück.
Unter den im Schneckenhaus aufgepäppelten und wieder ausgewilderten Tieren haben es einige zu regelrechten Lokalberühmtheiten gebracht - darunter etwa der Fuchs Knud, der als hilfloser Welpe von etwa sieben Wochen im April 2007 ins Schneckenhaus gebracht wurde. Vier Monate lang kümmerte sich Norbert Wolfs Team aufopferungsvoll um den kleinen Fuchs, bis er im August schließlich erfolgreich wieder ausgewildert werden konnte. Zahlreiche Artikel in der örtlichen Tageszeitung und selbst Beiträge in Fernsehsendern berichteten in dieser Zeit von Kunds Schicksal. Knud wurde übrigens noch lange Zeit von den Mitarbeitern und Freunden des Schneckenhauses beobachtet - 2008 gelang es ihm offensichtlich, eine Füchsin zu finden und mit ihr Nachwuchs zu zeugen, der schließlich just an der Stelle spielte, an der man Knud einst in die Freiheit entlassen hatte.
Fuchswelpe Knud in der Lokalpresse